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Dessau, Großer Markt und Marienkirche Foto: Stadtarchiv

Drittgrößte Stadt mit reicher Historie

Dessau-Roßlau ist die drittgrößte Stadt Sachsen-Anhalts, über 800 Jahre alt und neben Magdeburg und Halle eines der drei Oberzentren des Landes. Die Doppelstadt entstand am 1. Juli 2007 durch die Fusion von Dessau und Roßlau.

Residenz der Fürsten von Anhalt

Johannbau um 1885

Dessau entstand als planmäßig angelegte städtische Siedlung von Kaufleuten und Handwerkern und wird erstmals 1213 urkundlich genannt. Ab den 1470er Jahren entwickelte sich Dessau zu einer Residenz der Fürsten von Anhalt. Eine erste kulturelle Blüte erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert. Es entstanden prächtige Renaissance-Bauten. Die Dessauer Fürsten standen in engem Kontakt zu Luther und den anderen Wittenberger Reformatoren. In Dessau wurde die lutherische Reformation im Jahr 1534 eingeführt. Im Jahr 1596 traten die Fürsten und damit Ihr ganzes Land zum reformierten Bekenntnis über. Es entstanden vielfältige, die Entwicklung der Stadt maßgeblich befruchtende Beziehungen zu anderen reformierten Territorien, besonders zu Brandenburg und den Niederlanden. Unter Fürst Johann Georg II. (reg. 1660-1693) und dessen Gattin Henriette Catharina von Nassau-Oranien sorgte dieser Einfluss für eine wachsende kulturelle und ökonomische Bedeutung Dessaus. Durch Henriette Catharina kam ein bedeutender Bilderschatz niederländischer und flämischer Malerei als Teil der „Oranischen Erbschaft“ nach Dessau. Diese Werke bilden heute einen der Grundstöcke der bedeutenden Sammlungen der Anhaltischen Gemäldegalerie.

Regenten von europäischem Rang

Kleiner Markt um 1940

Mit Leopold, genannt der „Alte Dessauer“ (1676-1747), und dessen Enkel Leopold Friedrich Franz (1740-1817) regierten in Dessau zwei bedeutende Fürsten von europäischem Rang. In der Regierungszeit des Fürsten Franz wurde Dessau zum Zentrum vielfältiger Reformbestrebungen und zum Reiseziel vieler bedeutender Zeitgenossen (Goethe, Forster). Hier in Dessau bildete der Baumeister Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736-1800) den frühklassizistischen Stil heraus. Die Auen von Mulde und Elbe wurden jetzt in eine einzigartige Kulturlandschaft mit herausragenden Parkanlagen verwandelt – das Dessau-Wörlitzer Gartenreich (UNESCO-Weltkulturerbe seit 2000).

Wirtschaftsmetropole und Bauhausstadt

Rathaus mit Jubeldenkmal um 1940

Ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Dessau zu einer der wichtigsten Industriestädte im mitteldeutschen Raum. Mit Hugo Junkers wirkte hier einer der bedeutendsten deutschen Ingenieure und Unternehmer des 20. Jahrhunderts. Durch die Gasgeräte und Flugzeuge von Junkers und durch die Ansiedlung des Bauhauses (1925) erlangte Dessau in den 1920er Jahren internationales Ansehen. Das Bauhausgebäude und weitere Bauhausbauten entstanden (UNESCO-Weltkulturerbe seit 1996).

Der Machtantritt der Faschisten im Freistaat Anhalt im April 1932 bedeutete das Ende des Bauhauses in Dessau. Dessau wurde ein Rüstungs- und Verwaltungszentrum des nationalsozialistischen Deutschlands. Ab 1940 war die Stadt Ziel alliierter Bomber. Bei einem Angriff am 7. März 1945 wurde die Stadt fast völlig zerstört. Das erste nach dem Krieg wiedererrichtete große Gebäude war das heutige Anhaltische Theater Dessau, das besonders in der Wagner-Pflege auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Der Wiederaufbau Dessaus war stark den Zwängen der Wohnungsbeschaffung unterworfen. Die Bauwirtschaft der Stadt erlangte eine große Bedeutung innerhalb der ehemaligen DDR, der traditionell bedeutende Maschinenbau behielt sein starkes Gewicht. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 brachen jedoch die solcherart gewachsenen Strukturen auseinander, mit allen auch andernorts bekannten Konsequenzen.

Dessau-Roßlau, aus dem sich einst die Gedanken der deutschen Aufkärung ihren Weg bahnten, wo Design, Architektur und Flugzeugbau revolutioniert wurden, präsentiert sich auch heute wieder als Zentrum neuer Ideen. Im Jahr 2000 war die Stadt Korrespondenzstandort der EXPO 2000 und im Jahr 2010 Teil der IBA Stadtumbau Sachsen-Anhalt. Das Umweltbundesamt, die Hochschule Anhalt, die in der Stadt gelegenen Einkaufscenter prägen das heutige Bild der Stadt. Das Bauhausmuseum, das zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus im Jahr 2019 fertiggestellt sein wird, ist ein weiterer Meilenstein der Stadtentwicklung und wird ein weiterer Anziehungspunkt für Besucher der Stadt sein.

Elbestadt mit Schiffbautradition

Zerstörung im Stadtzentrum 7. März 1945

Roßlau am Nordufer der Elbe erscheint 1215 erstmals in einer Urkunde. Doch bereits in slawischer Zeit lag unweit der Mündung des Baches Rossel in die Elbe eine Wasserburg, die auch nach der deutschen Besiedlung erhalten blieb und heute eine Sehenswürdigkeit und ein gern besuchter Veranstaltungsort ist. Aus dem in der Nähe der Burg entstandenen Dorf Roßlau entwickelte sich allmählich eine Stadt, was die anhaltischen Fürsten 1603 durch diverse Privilegien manifestierten. Entscheidend hierfür war die günstige Lage an der Elbe, insbesondere nach Errichtung der ersten Elbbrücke 1583 (1631 zerstört). Im Vorfeld der Schlacht an der Elbbrücke (die am 25. April 1626 stattfand) ging am 1. April 1626 der größte Teil der Stadt in Flammen auf. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts hatte sich die Stadt davon wieder erholt.

Haupterwerbszweige der Roßlauer Bürger waren lange Zeit Landwirtschaft, Brauwesen, Schifffahrt, Handel und einfaches Gewerbe. Nach Anschluss an die Berlin-Anhalter Eisenbahn im Jahr 1841 erlebte Roßlau aber einen industriellen Aufschwung: Die Maschinenfabrik der Gebrüder Sachsenberg (gegründet 1844) und die Folgegründung der Schiffswerft (1866) ließen Roßlau zu einem bedeutenden Maschinenbaustandort in Mitteldeutschland werden. Als wichtiger Umschlagplatz dient heute auch der Roßlauer Elbehafen. Von 1935 bis 1945 war die Stadt Roßlau nach Dessau eingemeindet. 1952 wurde ein Kreis Roßlau gebildet. Von Roßlau aus wurde bis zur Auflösung dieses Kreises im Jahr 1994 ein Territorium von 403 km² mit rund 35.000 Einwohnern verwaltet.

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