Wörlitzer Anlagen

Startseite / Welterbe / Gartenreich Dessau-Wörlitz / Wörlitzer Anlagen
Wörlitzer Park Foto: Kulturstiftung Dessau Wörlitz

Die Wörlitzer Anlagen sind für Viele der bedeutendste Teil des Gartenreichs, in jedem Fall sein künstlerischer Höhepunkt. Was vor mehr als 200 Jahren in Wörlitz geschaffen wurde, ist unbestritten von europäischem Rang.

Fasziniert vom englischen Vorbild

Es waren, sucht man nach dem Ausgangspunkt der Wörlitzer Anlagen, die fortschrittlichen englischen Verhältnisse, die den jungen anhaltischen Fürsten Leopold III. Friedrich Franz auf seiner Grand Tour nachhaltig beeindruckten. Mit seinem lebenslangen Freund, dem Architekten und Gartenplaner Friedrich Wilhelm von Erdmannnsdorff, schmiedete er daraufhin Pläne zur Landschaftsverschönerung.

In Wörlitz sollte eine für den europäischen Kontinent völlig neue, von barocken geometrischen Zwängen befreite, natürlich wirkende Parklandschaft entstehen. Die Zeitgenossen waren begeistert von dem sensationell Neuen, dem Landschaftsgarten im englischen Stil und dem von 1769 bis 1773 errichteten Landhaus, dem Gründungsbau des Klassizismus in Deutschland.Bildungsprogramm in der NaturWörlitz ist die bildgewordene Landschaft der Aufklärung.

Die Rousseau-Insel am Eingang erinnert an den französischen Aufklärer. Der erste Umwelt-Altar findet sich hier im Wörlitzer Park, den Besucher erinnernd, achtsam mit der Umwelt umzugehen: „Wanderer, achte Natur und Kunst und schone ihrer Werke.“

Park als Bildungsprogramm

Von Anfang an war der Park öffentlich zugänglich und Teil des Bildungsprogramms des aufgeklärten Fürsten. Landschaft, Gärten, Bauwerke und bildende Kunst ergeben ein kaum zu fassendes Gesamtkunstwerk.

Ausgehend vom vierarmigen Wörlitzer See, einem Altarm der Elbe, wurde über Kanäle ein Wasserreich geschaffen, das die bei Deichbrüchen entstandenen beiden Walllöcher in die Parklandschaft mit einbezieht.

Die vielgestaltigen Kanalbrücken, erzählen sie auf eindrückliche Weise die Geschichte des Brückenbaus, vom einfachen Baumstamm über den Rinnsal bis zur Replik der damals modernsten englischen Brücke, die so zur ersten gußeisernen auf dem europäischen Kontinent wird.

In der öffentlichen Bibliothek auf dem Eisenhart fand sich die modernste landwirtschaftliche Literatur der Zeit, um der anhaltischen Bevölkerung die neuesten Anbaumethoden zugänglich zu machen. Der Bau der Wallwachhäuser, die dem Hochwasserschutz dienten, die den Park umfassenden Tierweiden und  Obstbaumpflanzungen – all das verbindet das Nützliche mit dem Schönen.

Der schönste Einstieg – eine Gondelfahrt

Den schönsten Einstieg in die Parklandschaft gewinnt man zu Wasser, mit einer Gondelfahrt, die einen begriff vermittelt von der Gesamtanlage des Parks: Fünf Einzelgärten sind untereinander durch Wege, Brücken, Fähren und Sichten verbunden. Im Süden des Wörlitzer Sees befinden sich der Schlossgarten und Neumarks Garten, nördlich Schochs Garten, der Weidenheger und die Neuen Anlagen.

Das Herz der Wörlitzer Anlagen bildet der Schlossgarten. Er enthält den alten Kirchhof, die Gartenflächen um das Landhaus, den Garten der Fürstin und das Gartenstück um den Schwanenteich. Das zwischen 1769 bis 1773 nach Plänen von Erdmannsdorff erbaute Wörlitzer Schloss, orientiert am  Vorbild englischer Landhäuser, ist das erste klassizistische Bauwerk auf dem europäischen Festland. Im Haus findet man noch die aus dem 18. Jahrhundert stammende originale Einrichtung vor.

Das mit dem Landhaus unterirdisch verbundene Küchengebäude mit dem Sommersaal stammt von 1770/1771. Es dient heute dem Gartenreichladen und einem Restaurant als Heimstätte. Die ehemals romanische Kirche wurde im frühen 19. Jahrhundert neogotisch umgebaut.

1790 entstand, ebenfalls nach Plänen von Erdmannsdorff, am östlichen Rand des Schlossgartens, die jüdische Synagoge nach dem Vorbild des Vestatempels in Rom. Die Innenausstattung fiel in der Pogromnacht 1938 der Verwüstung anheim. Dass das Gebäude gerettet wurde, ist dem Einsatz des damaligen Garteninspektors Hans Hallervorden, Großvater des Kabarettisten und Schauspielers Dieter Hallervorden, zu verdanken.

Strawberry Hill in Anhalt

In Schochs Garten steht das Gotische Haus, ehemals die Wohnung des Gärtners Schoch, und auch die gemeinsame Wohnung des Fürsten mit seiner „Frau zur Linken Hand“, der Gärtnerstochter Luise Schoch und ihrer gemeinsamen drei Kinder.

Das 1773 nach Plänen von Erdmannsdorff und von Baudirektor Georg Christoph Hesekiel erbaute und bis 1813 mehrfach erweiterte Haus geht auf ein englisches Vorbild zurück, auf den Herrensitz Strawberry Hill. Es zählt heute zu den frühesten und besterhaltenen neugotischen Architekturen auf dem europäischen Kontinent.Die bemerkenswerte Sammlung Schweizer Glasgemälde des 15. bis 17. Jahrhunderts sowie altdeutscher Gemälde, beispielsweise von Lucas Cranach d. Ä., sind öffentlich zugänglich. Das Haus zeigt zur Seeseite eine Front, die der venezianischen Kirche Madonna dell‘Orto nachgebildet ist, während die dem Park zugewandte Seite in reiner Tudorgotik aufgezogen ist. Beide Fassaden sind Blickpunkte von Sichtachsen im Park.

Westlich des Schochschen Gartens befinden sich der Garten am Floratempel, die Hofgärtnerei und die Romantische Partie.

Der feuerspeiende Berg auf der Insel Stein

Die Neuen Anlagen entstanden in den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Hier ist die Handschrift des jungen Schoch, des Sohnes des alten Gärtnermeisters, spürbar. Schwerpunkte der Neuen Anlagen sind das Große Wallloch mit dem Pantheon und die von 1788 bis 1794 errichtete Insel Stein.

Die Insel Stein ist bis zum heutigen Tage ein Magnet, auch wenn der Fürst selber sich nicht im Klaren war, ob dieser Abschluss gelungen oder eher misslungen war. Der – allerdings nur an besonderen Tagen – feuerspeiende Berg, der einzige künstliche Vulkan Europas, entzückt mit seinem Theaterdonner noch heute.

Die wundervoll restaurierte Villa Hamilton am Fuße des Vulkans entstand als Freundschaftsmonument für den britischen Diplomaten, Antikensammler und Vulkanologen Sir William Hamilton. Die Villa und ihre drei frühklassizistischen Räume sind eines der zahlreichen Meisterwerke Erdmannsdorffs. Ein schönes Lehrstück antiker Kultur ist das Amphitheater auf der Insel.

Das könnte Sie auch interessieren:

Kontakt

Kulturstiftung DessauWörlitz
Wörlitzer Anlagen

06785 Oranienbaum-Wörlitz
OT Wörlitz

Tel.: +49 340 646150
Fax: +49 340 6461510

E-Mail:
ksdw@ksdw.de

Internet:
www.gartenreich.com

Anfahrt

Öffnungszeiten

Die Gärten sind ganzjährig frei zugänglich.

Schloss Wörlitz (nur mit Führung):

April und Oktober
Di - So, Feiertage 10.00 Uhr  - 17.00 Uhr
Mai - September
Di - So, Feiertage 10.00 Uhr - 18.00 Uhr

Gotisches Haus:
April und Oktober
Sa, So, Feiertage 11.00 Uhr  bis 17.00 Uhr
Mai - September
Di-So, Feiertage 11.00 Uhr - 17.00 Uhr

Insel Stein mit Villa Hamilton:

April und Oktober
Di - So, Feiertage 11.00 Uhr - 17.00 Uhr
Mai - September
Di - So, Feiertage 10.00 Uhr - 18.00 Uhr

Gondeln:

Tel.: +49 34905 20205

April: tägl. 11.00 - 16.00 Uhr
Mai bis September tägl. 10.00 - 18.00 Uhr
Oktober täglich 11.00 - 16.00 Uhr

Preise

Schloss Wörlitz:
7,50 € pro Person

Einzelfahrpreis Fähren: 0,50 €

Gondelfahrten:
10,00 € pro Person

Insel Stein mit Villa Hamilton:
6,00 € pro Person


Besondere Angebote

Exklusive Gondelfahrten

Gondelfahrten mit Kaffeegedeck
Mai bis September
täglich von 10.00 - 18.00 Uhr
Dauer der Fahrt: eine Stunde (max. 12 Personen pro Gondel)
Preis pro Stunde: 130,00 € (weitere Stunde 95,00 €) + Preis für Kaffeegedeck

Abendgondelfahrten & Abendfahrten mit Bewirtung
Mai bis September
täglich 18.00 - 21.00 Uhr
Dauer der Fahrt: bis zu drei Stunden (max. 12 Personen pro Gondel)
Preis pro Stunde: 135,00 € (weitere Stunde 95,00 €) + Preis für Speisen und Getränke

Gondelfahrten mit Kaffeegedeck oder Abendessen reservieren Sie bitte direkt beim Gastronomen Ihrer Wahl.

Kontakt Gondelstation am Wörlitzer See
06785 Oranienbaum-Wörlitz
Tel.: +49 34905 20205
E-Mail: degner@ksdw.de

Gastwirtschaft im Küchengebäude:
Historisches Ambiente und moderne Gastlichkeit laden zum Verweilen ein.

Kontakt:
Tel.: +49 34905 22 338

Veranstaltungshinweis